Mittwoch, 17. August 2011

Kulturschock

Jeden Morgen fahre ich zur Zeit raus auf's Land. Es ist verblüffend. Kaum verlässt man die Stadt, umgeben einen Berge, viel Wiese und Wald und natürlich Kühe. Es ist, morgens um halb 8, wie in einer anderen Welt. Als ob man sich im Urlaub befindet. Die Welt steht still, nur der Bus rattert, mehr oder minder menschenleer, über die Landstraßen. Währenddessen klettert die Sonne über die Baumwipfel und hüllt das taubedeckte Gras in ein sanftes gelbes Licht.

Leider ist das Arbeiten nicht so idyllisch. Und da muss ich vorneweg sagen: Ich hab mich ja schon ziemlich versklavt und sehr viel (geilen) Scheiß für (so gut wie) lau gemacht und bin noch nie auf so einen Menschen getroffen, der sich, unverdientermaßen, Chef nennen darf. Wir arbeiten nciht im Team, wir arbeiten unter einer Diktatur.

Samstag, 13. August 2011

ich werde immer an dich glauben. egal was auch passiert

Manchmal erschreckt es mich, wie schnell die Zeit vergeht.
Ende des Monats wohne ich schon ein Jahr hier. Alleine, in meinen eigenen kleinen 4 Wänden. Dass ich in der Zeit nicht umgekommen bin, immer etwas zu essen da hatte und mich nie ausgesperrt hab, das macht mich stolz. Vorallem letzteres.

Ganz selbstverständlich nehme ich hin, dass ich mein Studium noch immer liebe wie am ersten Tag. Und das, obwohl ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist. Für mich war es einfach immer klar: Mein Studium und ich. Das wird die große Liebe. Bis es irgendwann vorbei ist. In welchem anderen Studium wirft man mit Paragraphen um sich, diskutiert über Klassen & Schichten und vergleicht Menschenbilder bekannter Pädagogen? Und mit Psychologie beschäftigen wir uns auch noch. Klingt voll? Ist es im Grunde nicht.

Obwohl Herr Bär und ich uns jetzt schon so einiges an Zeit kennen, ist es immer noch nicht langweilig. Es sind diese kleinen Momente, in denen mir auffällt, wie toll Andre im Grunde ist. Wenn wir uns über schechte Arbeiten, die unglaublich gut benotet wurden freuen. Wenn wir gegen den Sturm anstrampeln und ich wie von Geister, äh Bärenhand angeschoben werde. Ober wenn wir Nachts Quarks und Co sehen.
Ganz ganz großartig.

Ebenso selbstverstänlich verdiene ich mein Geld damit, auf die Kinder anderer aufzupassen, denn selber hab ich keine. Und je länger ich das mache, desto mehr denke ich: oh nein! Du machst was anderes. Montag gehts in die Nächste Runde und Anfang September ins nächste Schulhalbjahr. Mal schauen, wann ich den Mut dazu aufbringe, was vollkommen anderes zu tun.

Freitag, 5. August 2011

junk of the heart

Ich frage mich, wann der Tag kommt, an dem ich mein Gehirn Zuhause vergesse.

Ich fuhr zum HBF, wartete auf den Zug. Als dieser endlich einfuhr, schoss mir der Gedanke: Du hast dein Ticket nicht dabei! in den Kopf. Als ich daraufhin mit dem Bus nach hause fuhr, überlegte ich: Wo hab ich eigentlich das Laptop gelassen?
Ich hatte es auch Zuhause vergessen.

Mittwoch, 3. August 2011

[Buchvorstellung] Empört euch!

Als ich eben im Zug saß, kam ich spontan auf die Idee eine Buchreihe zu eröffnen und die Bücher vorzustellen, die ich zur Zeit so lese. Auf geht's!

Empört euch! von Stéphane Hessel
Hardfacts: ullstein 2011, 30 Seiten, 3,99€

Warum? Ich habe es von meinem Theologieproffessor geschenkt bekommen. Erwartet habe ich nicht wirklich viel.

Der Autor. Hessel ist 93 Jahre alt und hat in seinem Leben so einiges erlebt. In Berlin 1917 geboren, in Paris aufgewachsen. Er hat das Konzentrationslager Buchenwald überlebt, sich seitdem für die Menschenrechte eingesetzt und er ist einer der Unterzeichner der Charta der Menschenrechte.

Das Buch. Auf knapp 15 Seiten ruft Hessel zum gewaltlosen Widerstand auf, dessen Grundlage die Empörung ist. Wogegen er sich richtet, bleibt dem Leser überlassen. Wer sucht, der findet auch. Neben einigen Anregungen für Empörung (Illegitime Lohnschere, Zustand unseres Planeten) skizziert der Autor, was ihn zur Zeit am meißten empört.

Lesenswert, wenn... Nicht wenn. Es ist immer lesenswert. Es ließt sich schnell und regt zum Nachdenken an. Auch wenn ich schon wusste, dass so einiges in unserer Welt falsch läuft (Lohnschere, Nicht-Einhaltung der Menschenrechte, Umweltzerstörung), hat es mich nochmals zur Auseinandersetzung mit diesen Themen motiviert.








So, das war der erste Streich und der nächste folgt so gleich. Aber vorher: Will ich Kritik! Was gefällt euch nicht an dieser Buchvorstellung?

Montag, 1. August 2011

Ist hier noch frei?

Mittelrheinbahn auf dem Weg von Bonn nach Köln. Es ist der Tag nach Rheinkultur. Ich fahre recht früh, denn ich hab noch ein paar Termine und will noch was für die anstehenden Klausuren tun. Die Bahn ist recht voll für einen Sonntag.
Ich erkämpfe mir einen Zweisitzer und parke meine Tasche demonstrativ neben mir. Die anderen Fahrgäste erkennen meine Botschaft: Ich will mit meinem Unikram alleine sein.
Meine Ignoranz hält jemanden nicht ab, trotzdem neben mir sitzen zu wollen. "ist hier noch frei?" ich erkenne die Stimme für einen Moment nicht und drehe mich um. Und kreische zusammen mit einer guten Freundin den Zug zusammen.
Ich wusszte zwar, dass sie in der Stadt war, konnte sie jedoch aufgrund von fehlendem Handyempfang zeitweise nicht erreichen. Und dann treffe ich sie im Zug.