Montag, 27. Juni 2016

Das Leben der Anderen

Meine Profession bringt mich immer wieder tief in das Leben der Anderen. Ich bin gerne nah dran - auch unabhängig von meinem Job. Ich weiß gerne alles - dennoch bin ich immer überrascht, wenn sich mein Gegenüber ungefragt entblößt - mir all seine Wunden und Narben präsentiert und von seinen selbstgebauten Fallen erzählt.
Das wiederum führt dazu, dass ich Armut riechen kann. Oder es mir zumindest einbilde.

Montag, 20. Juni 2016

Home

"Home is where the Dom is" pflegt man als Kölner zu sagen. Auch wenn ich mich nicht so recht als Kölnerin fühle, mag ich den Spruch ganz gerne. Er spiegelt ein Gefühl von in der Welt Zuhause wieder - was ich durchaus oft habe. Denn Döme (das ist doch der richtige Plural, oder?) gibt's allerlei. Zumindest in Deutschland.



Und so fiel ich in meinem drölften Zuhause aus dem Zug. Erfurt. Einen Twitter-Freund besuchen.
Um es kurz zu machen: Im Osten ist es ganz hervoragend und in Erfurt sowieso. Pitoresque alte Häuschen, Kopsteinspfalster-Sträßchen, hier ein baufälliges Gebäude und da mal etwas Street-Art. Ein lebendeiges Museum ganz nach meinem Geschmack.


Und auch das Hipster-Tum hat vor dem Osten kein Halt gemacht, sodass ich mit einem Iced Chai Latte (natürlich mit Sojamilch!) in der Hand und einem winzigen, aber horrend teurem Schächtelchen Matcha-Pralinen in der Tasche durch die Gässchen schlendere.



Es ist Krämerbrückenfest und die Stadt ist voller Touris - "Ausnahmezustand" erkärt mir mein Gastgeber und zeigt auf die lange Schlange vor der Eisdiele, in die wie uns nun einreihen. Gute Fünfzehn Minuten später habe ich mein Kaltgetränk gegen ein Eis getauscht - Salzcramell, Thüringische Erdbeere mit Tonkabohne bei mir und Vanille mit Olivenöl-Crunch und Lavendel-Aprikose bei meinem Gegenüber.

Mittwoch, 16. September 2015

ich kann das. nicht.

Nun bin ich schon 1,5 Monate im neuen Büro und stolpere immer noch über die Hierachie.

Montag, 27. Juli 2015

Pflichtgefühl

Warum habe ich versucht, mich heute, krank wie ich bin, in die Uni zu schleppen?

Sonntag, 26. Juli 2015

Sich abgrenzen können.

Normalerweise kann ich mich erstaunlich gut gegenüber den Emotionen anderer abgrenzen. Das Schicksal meiner (ehemaligen!) Klienten nimmt mich kaum mit, was meist dazu führt, dass ich eher wenig mitfühlend arbeite, sondern eher analytisch.

Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Situationen in denen es mir dann umso schwerer fällt mich abzugrenzen: Dieses Semester fühlte sich an, als würden wir einen Master of Complaining machen. Alle herum jammerten, waren enttäuscht, schlecht gelaunt. Ja, das eine Seminar ist schlecht organisiert, die Dozenten eher mittelmäßig und wir haben viel zu tun. Aber so what? Schlechte Laune hilft akut nicht, das Problem zu ändern. Und obwohl ich das alles weiß, ließ ich mich davon anstecken.
Woran liegt das, dass ich mich nicht immer gut abgrenzen kann?

Samstag, 25. Juli 2015

Wir sitzen im Wartesaal zum Glücklichsein.

Manchmal, wenn ich abends noch am Laptop sitze und noch nicht schlafen möchte, rufe ich diesen Blog auf höre mich durch die Musik der letzten Jahre. Jahre? Echt? Naja, durch die Musik der letzten Zeit. ;D
Grade habe ich voll den Hang zu Bosse, dessen Texte ich sehr schätze. Besonders die traurigen.
Und deshalb gibt es heute:
Wartesaal - Bosse.

Freitag, 29. Mai 2015

Stimmen Selbst- und Fremdwahrnehmung eigentlich jemals überein?

Ich sitze in der Uni und plötzlich klebst du mit ein Post-It in meine Unterlagen - es ist bis auf den letzten Milimeter beschrieben: "Du bist immer so gut organisiert und weißt immer, was du willst. Wie machst du das?".

Hä? Ich gut organisiert und weiß was ich will? Bitte was?
In meinem Kopf bin ich total chaotisch, unorganisiert, vergesse andauernd Dinge (außer ich schreibe sie auf) und tapse orientierungslos durch die Welt und weiß überhaupt nicht, wohin ich möchte, was ich dort möchte und wie ich dort hinkomme.
Gut, dass ich jetzt weiß, dass ich nicht so wirke. Danke!

In der Arbeit mit psychischkranken Erwachsenen hatte ich natürlich meine Lieblinge, auch wenn ich versucht habe, das nicht zu zeigen. In der Retrospektive denke ich, dass das die Menschen waren, die mir ähnlich sind. Frau Ziege zum Beispiel: Wie Ziegen so sind, geht sie immer ihren eigenen Weg, macht nur das, was sie für richtig hält, lässt sich schwer beeinflussen und sagt immer was sie denkt. Auf den ersten Blick eine ziemlich starke Persönlichkeit. Aber ich wurde in der ganzen Zeit das Gefühl nicht los, dass sie tief im Inneren völlig orientierungslos durch die Welt tapst.
Genauso wie ich.